Video for Web | Videoproduktion | 1

Hier in unserem dritten Teil unserer Serie präsentieren wir unsere Tipps für einen optimalen Workflow in After Effects.

Workflow in After Effects

 

 

 

Anlegen einer Komposition

Beim Öffnen des Programms und Erstellung einer neuen Komposition werden die Grundeinstellungen für das Projekt festgelegt. Diese werden beim Exportieren automatisch übernommen.

 

 

 

 

 

 

Grundeinstellungen für das jeweilige Projekt beachten

Es ist besser zunächst die größtmögliche Framegröße zu wählen, z.B. 1920 x 1080 Pixel. Später beim Exportieren hat man immer noch die Möglichkeit kleiner zu rechnen. Die gängige Framerate ist 25 fps (Standard für deutsche Filmformate). Es sei denn, man arbeitet z.B. für eine Ausbelichtung auf Film (24 fps) oder andere besondere Formate wie z.B. NTSC. Je nachdem, ob das Video am Computer oder am Fernsehgerät abgespielt werden soll, wählt man quadratische oder rechteckige Pixel. Im Rendermodul immer mit voller Auflösung rendern. Unter „Erweitert“ → „Bei Verschachtelung oder Renderliste bleibt die Framerate erhalten“ und → „Bei Verschachtelung bleibt die Auflösung erhalten“ Häkchen setzen. Ist die Komposition angelegt, legt man unter „Projekteinstellungen“ die Bittiefe sowie die Samplerate fest (unter „Datei“ oder im Projektfenster in der unteren Leiste auf die aktuelle Bittiefe mit gedrückter alt-Taste klicken). Man wählt die Bittiefe, die das Videomaterial bereits hat. Eine Aufwertung lohnt nicht bzw. bewirkt keine Bildverbesserung bei Video- oder Fotobildmaterial. Was mit einer 8 Bittiefe erstellt wurde, kann nicht auf  eine höhrere Bittiefe verbessert werden. Wenn man das Material neu anlegt (Grafiken für Animationen), kann man 16 bit für ein farbenreicheres Ergebnis auswählen.

Optimale Einstellungen für die verschiedenen Arten von Footage

Video und Ton:

Man wählt die Kompositionseinstellungen so, dass sie mit den Videoeinstellungen übereinstimmen: Größe, Framerate, Bittiefe, Samplerate. So erspart man sich Konvertierungsprobleme.

 

Bilder:

Es lassen sich vielerlei Bildformate in AE importieren. Bei AI-, PNG- und PS-Dateien kann man die Transparenz beibehalten. Ebenen in AI- und PS-Dateien lassen sich ebenfalls in AE importieren, s.u. Hierbei wählt man beim Import „Importieren als Komposition“. Um eine Bildsequenz zu importieren, wählt man die Vorgabe „Bildformat Sequenz“ im Importfenster.

 

Illustrator:

In Illustrator das Dokument-Profil „Video und Film“ und das zu dem AE-Projekt passende Format wählen. Illustrator erstellt automatisch 2 Zeichenflächen. Eins mit den vorgegebenen Maßen und eins viel größer, das außen um die erste Zeichenfläche liegt, d.h man kann Objekte auch außerhalb der ersten Zeichenfläche positionieren und diese werden in AE mit importiert. Wenn man auf die verschiedenen Objekte der Illustrator-Datei in AE zugreifen will, müssen die Objekte auf eigenen Ebenen liegen. Das kann man manuell oder mit der Einstellung „Ebenen für Objekte erstellen“ bewerkstelligen. In AE importiert man die AI-Datei mit der Vorgabe „Komposition – Ebenengrößen beibehalten“. Zusätzlich sollte man beachten, dass sobald man eine Illustrator- oder Photoshop-Datei in After Effects verwendet, bei späteren Änderungen die Ebenenreihenfolge, -anzahl oder -benennung dieselbe bleiben muss, da sonst die After Effects-Projektdatei diese Datei im Projekt zerschießt.

 

Den gesamten AI-AE-Import kann man im Tutorial nachschauen: www.tv.adobe.com

 

 

Optimales Rendering

Um die Komposition zu rendern, wählt man unter „Komposition“  „An die Renderliste anfügen“. Nun bearbeitet man die „Rendereinstellungen“ und das „Ausgabemodul“ und legt den Speicherort fest.

 

Rendereinstellungen: Die optimalen Einstellungen „ enthalten bereits Einstellungen, die man in seiner Komposition eingerichtet hat. Die Qualität sollte immer auf die „Beste” gestellt sein. Die Effekte (wenn vorhanden) können bei der Vorschau erstmal ausgeschaltet werden, damit man sich die Renderzeit spart. Der OpenGL-Renderer gewährleistet schnelles und qualitativ hochwertiges Rendern, wofür man jedoch eine OpenGL-Karte benötigt. Das Rendern wird dadurch von der CPU auf die GPU (OpenGL-Hardware) verlagert.

 

Einstellungen im Ausgabemodul: Am einfachsten benutzt man Format „Quicktime“. Bei „Formatoptionen“  entscheidet man sich für einen Codec. Für ein unkomprimiertes Ergebnis ist „Animation“ eine gute Wahl. Diese unkomprimierte Version kann man ohne Qualitätsverlust weiterbearbeiten – in einem anderen Programm oder wenn noch viele Änderungen anstehen könnten sowie viele verschiedene Codecs verwendet werden sollen usw.

 

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Soll komprimiert werden, liefert Foto-JPG ein gutes Ergebnis. In den Ausgabemodul-Einstellungen entscheidet man ebenfalls, ob der Ton mit ausgegeben werden soll. Dazu einen Haken setzen.

 

Der Rendervorgang ist im Tutorial erklärt: www.videocopilot.net; Grundlagen zum Rendern und Exportieren: www.help.adobe.com

 

Voreinstellungen für ein schnelles Rendern:

1. Um schneller zu rendern, sollte man erstmal überlegen, wie man an sein Projekt rangeht. Vorteilhaft wäre es daher die Effekte erst ganz zum Schluss in das Filmprojekt einzubauen, da diese die meiste Renderzeit verbrauchen.

2. Um die Vorschauzeit zu verkürzen empfiehlt es sich die Vorschauqualität auf ¼ zu stellen und Motionblur auszustellen.

3. Wenn man nur zur Vorschau sehen möchte, ob aus dem Film etwas geworden ist, reicht es auch aus die Auflösung nicht gleich auf voll zu stellen. Eine halbe Auflösung reicht dafür auch aus. Denn desto geringer die Auflösung desto geringer die Renderzeit.

4. Bei AE unter „Voreinstellungen” → „Allgemein” ist es gut die Stufen für “Rückgängig/ Widerrufen” zwischen 10 und 15 zu setzen. Denn je mehr Rückgängige – Schritte man einstellt, desto mehr werden davon beim Arbeiten im RAM gespeichert und es verlangsamt so den Prozess.

5. AE bietet eine Möglichkeit an unter Voreinstellungen die Renderzeit zu beschleunigen in dem man unter Speicher und Mehrprozessorverarbeitung „mehrere Frames gleichzeitig rendern” ankreuzt. Dabei starten kleine Hilfsprogramme im Hintergrund, welche jeweils bis zu 2 GB RAM pro CPU nutzen können und es so AE erlauben doch mehr als die 3-4 GB RAM zu beanspruchen, die standardmäßig eingestellt sind. Natürlich ist das nur möglich, wenn genügend RAM installiert ist. Demzufolge sollte man dann auch den maximalen RAM-Cache verringern, damit genug für die „Helferlein” frei ist. Es hilft hier also sehr, so viel RAM, wie möglich zu haben. Bei der Mehrprozessorverarbeitung verlangsamt sich zwar das Vorrendern, jedoch rendert AE schneller. www.renderfreunde.de

6. Es existiert ein Plug-In namens „BG Renderer”, welches man sich kostenpflichtig herunterladen kann www.aescripts.com. Der BG Renderer ist ein Script, welches die Render Queue von AE im Hintergrund mit neuen AE Instanzen abarbeitet, während man im Vordergrund weiterarbeiten kann. Seit CS6 ist der BG Renderer aber nicht mehr nötig, da dieser bereits integriert ist.

 

Backup für das fertige Projekt

 

Mit dem Befehl „Dateien sammeln“ werden Kopien aller Dateien in einem Projekt bzw. in einer Komposition an einer zentralen Position gesammelt. Die Verwendung dieses Befehls ist vor dem Rendern für das Archivieren oder Verschieben eines Projekts auf ein anderes Computersystem oder in ein anderes Benutzerkonto ausgesprochen nützlich.

Dabei erstellt AE einen neuen Ordner, in dem eine neue Kopie des Projekts, Kopien der Footagedateien, die angegebenen Stellvertreter-Dateien sowie ein Bericht gespeichert werden, in dem die zum erneuten Erstellen des Projekts und Rendern der Kompositionen erforderlichen Dateien, Effekte und Schriften beschrieben sind.

Man kann das Projekt ändern, nachdem man die Dateien gesammelt hat. Es sollte dabei jedoch beachtet werden, dass Änderungen nur im ursprünglichen Projekt gespeichert werden, nicht in der neu erstellten Version mit den gesammelten Dateien.

 

Man wählt „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) → „Dateien sammeln“ → „Quelldateien sammeln“. Hier eine geeignete Option wählen:

Alle: Diese Option bewirkt, dass alle Footagedateien gesammelt werden, darunter auch nicht verwendete Footagedateien und Stellvertreter.

Für alle Kompositionen: Diese Option bewirkt, dass alle Footagedateien und Stellvertreter gesammelt werden, die in einer Komposition im Projekt verwendet werden.

Für ausgewählte Kompositionen: Diese Option bewirkt das Sammeln aller Footagedateien und Stellvertreter, die in den derzeit im Projektfenster ausgewählten Kompositionen verwendet werden.

Für Kompositionen in der Renderliste: Diese Option bewirkt, dass alle Footagedateien und Stellvertreter gesammelt werden, die direkt oder indirekt in einer Komposition mit dem Status „Zur Ausgabe bereit“ in der Renderliste verwendet werden.

Keine (nur Projekt): Wenn Sie diese Option wählen, wird das Projekt an eine neue Position kopiert, ohne dass Quellfootage gesammelt wird.

 

Bei Bedarf wählt man andere Optionen aus:

Nur Bericht generieren: Wenn Sie diese Option aktivieren, werden die Dateien und Stellvertreter nicht kopiert.

Stellvertretereinstellungen verwenden: Wenn die Komposition Stellvertreter enthält, können Sie mit dieser Option festlegen, ob die Kopie die aktuellen Einstellungen des Stellvertreters enthalten soll. Wenn diese Option aktiviert wird, werden nur die Dateien kopiert, die in der Komposition verwendet werden. Wird die Option nicht aktiviert, enthält die Kopie sowohl Stellvertreter als auch Quelldateien, sodass Sie die Stellvertretereinstellungen in der gesammelten Version später ändern können.

Projekt reduzieren: Bewirkt, dass alle nicht verwendeten Footageelemente und Kompositionen aus den gesammelten Dateien entfernt werden, wenn im Menü „Quelldateien sammeln“ eine der folgenden Optionen gewählt wird: „Für alle Kompositionen“, „Für ausgewählte Kompositionen“, „Für Kompositionen in der Renderliste“.

Renderausgabe ändern in Ordner: Hiermit werden die Ausgabemodule angewiesen, die gerenderten Dateien in einem benannten Ordner abzulegen, der sich im Ordner mit den gesammelten Dateien befindet. Mit dieser Option wird sichergestellt, dass Sie auch dann auf die gerenderten Dateien zugreifen können, wenn Sie das Projekt von einem anderen Computer aus rendern. Der Renderstatus muss gültig sein („Zur Ausgabe bereit“, „Deaktiviert“ oder „Wird fortgesetzt“), damit die Ausgabemodule Dateien in diesem Ordner rendern können.

 

 

Mehr Informationen und zusätzliche Hinweise: www.adobe.com

Tutorials über „Dateien sammeln“ und „Komplettes Footage konsolidieren“: Creative COW-Website

 

Wie kann man im Netzwerk rendern? Wie optimiere ich AE, Premiere für maximale Leistung? (Einstellungen)

 

Man kann die Renderzeit minimieren, indem man auf mehreren Computern gleichzeitig rendert. Hierzu müssen alle Computer dieselbe AE-Version mit denselben Plug-Ins haben. Die zu rendernde Datei wird gesammelt und auf alle Computer geladen. An jedem Rechner rendert man die Datei als Tif oder JPG aus. Dabei teilt man die Frames auf die verschiedenen Rechner auf und gibt in den jeweiligen Rendereinstellungen an welche Frames übersprungen werden sollen. Im Netzwerk legt man einen Ordner an, indem aus allen Rechnern die Bilder gespeichert werden. Fertig gerendert, lässt sich die Bildsequenz z.B. in QuickTime7 als Filmdatei ausgeben. Dazu muss man, wenn vorhanden, die Audiodatei hinzufügen.

 

Welche Tricks kann man zusätzlich anwenden?

Rauschen gegen Banding:

Bei der Komprimierung von Videomaterial entstehen oft Artefakte oder Banding, d.h. es kommt zu einer Pixelisierung oder Aufspaltung der Farben in Verläufen. Eine optimale Lösung dabei ist es, etwas Rauschen hinzuzufügen. Dazu erstellt man eine Einstellungsebene, die oberhalb aller Ebenen liegt und wendet darauf einen Rauschfilter an. Man findet diesen unter „Effekte“. 1-2% der Rauschmenge sollte ausreichen. Wenn man selber Verläufe erstellt, empfiehlt es sich die Rauscheinstellungen im Verlauf-Effekt auszuprobieren. Hierzu ein Tutorial: www.greyscalegorilla.com

 

Flimmerproblem beim Abspielen:

Es kann passieren, dass das Video, welches man gerendert oder codiert hat, beim Abspielen von horizontalen Bewegungen flimmert (besonders bei dünnen horizontalen Linien oder Schrift mit feinen Serifen). Außer bei alten Videoformaten (PAL, NTSC), die Halbbilder benötigen http://de.wikipedia.org/wiki/Halbbild sorgt eine anschließende Komprimierung in Webformate für dieses Problem, da der Film oftmals verkleinert wird und an Bildinformationen verliert. Auch wenn es beim Abspielen der Datei nicht auftreten sollte, könnte es spätestens dann passieren, wenn man das Video im Internet hochlädt. AE hat dafür einen Effekt eingebaut namens „Halbbildflimmern reduzieren”, der das Problem beseitigt. Die Reduzierung braucht sich nur minimal zu verändern, um das gewünschte Abspielbild zu erzielen (ein Wert von 1 bei Glätten kann schon reichen). Man kann aber auch andere Weichzeichner verwenden, solange man in den Einstellungen behutsam vorgeht, damit das Gesamtergebnis nicht komplett unscharf wird.

 

 

 

 

 

2018-06-18T09:34:30+00:00

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