von Dr. Wibke Ehrmann (Konzeption & Script / Goldener Westen)

Man kann es auch kurz machen: Metaphern sind die Königsdisziplin des Storytellings, Metaphern wirken sofort, reißen alles um und bleiben genau da, wo sie hin sollen. Bäm.

Deshalb ist es so unfassbar wichtig, im Training zu bleiben, was das permanente Finden und Erfinden von Metaphern anbelangt.

Me·ta·pher

/Metápher/
Substantiv, feminin [die]
sprachlicher Ausdruck, bei dem ein Wort (eine Wortgruppe) aus seinem Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen, als Bild verwendet wird (z. B. der kreative Kopf des Projekts)
“ausgefallene, blumenreiche Metaphern”

Bilder erzählen Geschichten

Denn wir wissen:
Ein Bild kann eine ganze Geschichte erzählen. Denken wir an einen Adler verknüpfen wir sofort bestimmte Bilder und Konnotationen damit. Vielleicht der Flug eines majestätischen Vogels über eine Gebirgslandschaft, die Geschichte der Vereinigten Staaten oder einfach nur Macht, Größe und Unabhängigkeit. 

Diesen Umstand können wir uns in unserer täglichen Beschäftigung mit dem Geschichtenerzählen zunutze machen: Viele Geschichten und Zusammenhänge sind zu komplex, um sie griffig zu erzählen. Finden wir hingegen eine Metapher, haben wir den Sachverhalt bereits emotional aufgeladen und verständlich zusammengefasst. 

Orchester vs Jazzband

Ein beliebtes Beispiel ist die Gegenüberstellung von Jazzband und Orchester. Beide Begriffe stehen sinnbildlich für eine bestimmte Art von Teamarbeit: Die Jazzband, als virtuoses Konglomerat von Improvisationstalenten, agil und flexibel, die ihren Sound jedes Mal neu erfindet. Das Orchester hingegen arbeitet präzise und streng nach Vorgabe. Ein Ensemble von Perfektionisten und Ausnahmetalenten. Nichts ist dem Zufall überlassen. Es geht um das perfekte Klangerlebnis.

Übertragen auf die neue Arbeitswelt bedeutet das: Wir sind ein Orchester, wir arbeiten nach dem hergebrachten Prinzip von Leistung und Exzellenz; sind wir aber eine Jazzband, wissen alle: hier geht’s agil zu, neues wird ausprobiert, jeder entfaltet sich auf seine Weise. Mehr brauche ich also nicht sagen, wenn ich über mein Unternehmen spreche: Orchester oder Jazzband.

Spielt mit den Bildern im Kopf!

Die Metapher macht die Arbeit für uns, sie überträgt Bedeutung und Emotion von einer Sache auf die andere. Sie erzählt die Geschichte in einem Satz.
Also: fangt an zu spielen, mit den Bildern und Ideen, die euch in den Kopf flattern, Metaphern müssen identifiziert werden, man kann sie aufstöbern oder einfach selbst erfinden – egal wie: sie bleiben einfach kleben.

Oder wie es Luca mit seiner Illustration sagt: “Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass du dir bei der Auswahl der richtigen Metapher nicht die Finger verbrennst.